• Titel
  • Titel Odyssee

    eine Odyssee beginnt ...

  • Titel Ruinen

    Umgeben von überfluteten Straßen,
    entwurzelten Bäumen
    und zerfallenen Häusern...

  • Titel Kompass

    ... begeben sie sich
    auf die Suche
    nach einem Weg zurück ...

  • Titel Wetter

    und müssen erkennen,
    dass die Welt,
    wie sie sie kannten,
    nicht mehr existiert.

Veröffentlichungen

Rift

Riftland-Saga
Band 1

Fox

Riftland-Saga
Band 2

Der Ritter von Istar

Riftland-Saga
Band 3

neues buch

  • Titel


    Band 2
    der Riftland-Saga

  • Titel Markierung

    Seltsame Markierungen

  • Titel Carrier

    ein havarierter Flugzeugträger

  • Titel Zeichnung

    eine rätselhafte Zeichung

  • Titel Schlüssel

    Sind sie der Schlüssel
    zu den geheimnisvollen
    Mountmarkern?

  • Titel Band2


    die Fortsetzung
    der Riftland-Saga

  • Titel
  • Titel Markierung
  • Titel Carrier
  • Titel Zeichnung
  • Titel Schlüssel

Willkommen auf meiner Webseite

HaukeSchrills

Ihr wisst es wahrscheinlich schon, ich bin Hauke Schrills und schreibe seit kurzem Romane. Hier erfahrt ihr etwas mehr über mich und meine Bücher sowie aktuelle Neuigkeiten.

1958 geboren, lebe ich im Rheinland zwischen Köln und Düsseldorf. Ich liebe Bücher und habe als Fan der Science-Fiction- und Fantasy-Welt von Jugend an unzählige Bücher dieser Literaturgattung gelesen. Die Idee, einen eigenen Roman zu verfassen, ist mir nie in den Sinn gekommen. Eher ungeplant habe ich im Frühjahr 2019 begonnen meinen ersten Roman zu schreiben.

      Diese fiktive Geschichte nieder zuschreiben, war eine neue und spannende Erfahrung für mich. Jede freie Minute habe ich damit verbracht, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Ich hoffe, dass ihr ebenso viel Freude habt es zu lesen, wie ich es zu schreiben.





  • Bücher

Bücher

  • R.I.F.T.
    dystopischer Roman

    Umgeben von überfluteten Straßen, entwurzelten Bäumen und zerfallenen Häusern, wacht GS ohne Erinnerung in einem fremden Land auf. Bis auf den zwölfjährigen Ben scheinen alle Menschen verschwunden. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Überlebenden und einem Weg zurück in die weit entfernte Heimat von GS. Während ihrer Reise erkennen sie, dass die Welt, wie sie sie kannten, nicht mehr existiert. Ruinen der Zivilisation, endlose Wasserflächen und apokalyptische Mondlandschaften begleiten sie.

    328 Seiten

    Paperback oder E-Book:
    ISBN: 978-3-749-48674-8
    Hardcover:
    ISBAN: 978-3-7460-4841-3

  • Leseprobe
    27. März

    Kopfschmerzen. Stechen im Bein. Alles tut mir weh. Müdigkeit. Ich versuche, die Augen zu öffnen. Grelles Licht blendet mich. Was ist passiert? Ich liege am Straßenrand. Um mich herum Steine und Bretter. Wo bin ich? Meine Augen gewöhnen sich nur langsam an das Licht.
    Ich will mich aufrichten. Ein stechender Schmerz fährt mir ins Bein. Mein rechtes Hosenbein ist aufgerissen und mit Blut getränkt. Es ist nur eine kleine Wunde am Schienbein. Mein Knöchel schmerzt. Scheint nicht gebrochen zu sein. Zumindest kann ich ihn bewegen. Meine Klei- dung fühlt sich klamm an. Verschmutzt.
    Mühsam richte ich mich auf. Mein Kreuz schmerzt ebenfalls. Aber das kenne ich schon. Mit fünfundfünfzig ist Mann nicht mehr so gelen- kig. Überall um mich herrscht Zerstörung. Ich bemerke Wasserflächen. Gab es eine Überschwemmung? Neben mir zusammengefallene Häuser. Ich habe Glück, nicht erschlagen worden zu sein.
    Wo bin ich? Ich will mich erinnern. Vergeblich. Mir fällt es nicht ein, habe ein Blackout. Ich konzentriere mich erneut. Doch es ist zweck- los. Die letzte Erinnerung ist ein heftiges Zerren. Darauf folgt Schwär- ze, Bewusstlosigkeit. Ich weiß nicht, wie lange ich hier schon liege. Die schmutzige Kleidung wird durch Abklopfen nicht besser. Ich drehe mich humpelnd um die eigene Achse. Überall sind Häuser zusammengefallen. Zwei Fahrzeuge liegen verbeult auf der Seite. Und, sind das Kabel über den Häusern? Hochspannungsleitungen? Ich sehe sie nur verschwommen. Irgendetwas stimmt mit meinen Augen nicht. Ich reibe mit den Fingern darüber. Eine Erinnerung blitzt in meinem Kopf auf. Ich bin Brillenträger. Schaue mich um – finde nichts, das wie eine Brille aussieht. Immerhin kann ich ohne sie einigermaßen sehen, nur Details verschwimmen. Schriften ebenfalls.
    Benommen spüre ich die Wärme der Sonne, obwohl sie niedrig am Himmel steht. Fast wie im Urlaub im Süden. Urlaub? Wo komme ich her? Aus Deutschland? Wo bin ich jetzt? Auf keinen Fall in Deutschland. Da bin ich mir sicher. Die Pflanzen und Bäume sehen fremd aus.
    Im Schatten eines zusammengefallenen Gebäudes bemerke ich eine Bewegung. Ich fokussiere meinen Blick. Auf einer Treppe neben einem zerfallenen Haus sitzt ein verängstigter Junge mit dunkler Hautfarbe. Seine Hose und sein T-Shirt sehen nicht besser aus als meine Kleidung. Ich schätze ihn auf 12 Jahre. Er blickt mich mit großen Augen an, weiß wohl nicht, was er von mir halten soll.
    Ich gehe einen Schritt auf ihn zu, da meldet sich mein Fuß. Fast wäre ich gestolpert. Mit schmerzverzerrtem Gesicht schaue ich zu dem Jungen.
    „Wie geht es dir? Bist du okay?“, rufe ich ihm zu. Sein Gesicht drückt Unverständnis aus.
    „uodajutokin?“, ruft er zurück.
    Ich kann mit der Antwort nichts anfangen. Welche Sprache spricht er? Langsam wiederhole ich die Worte im Geiste. „uodajutokin“ - es dämmert mir. „what are you talking“, das ist Englisch, genauer amerikanisches Englisch. Ich bin in Amerika. Darum kann er mich nicht verstehen.
    „Are you fine?“, frage ich auf Englisch.
    Sein Gesicht hellt sich auf. „I‘m fine, and you?“
    Humpelnd bewege ich mich auf ihn zu. Ich winke ab. Er richtet sich schüchtern lächelnd auf. Anscheinend ist er unverletzt.
    „Du bist verletzt“, stellt er fest.
    „Nicht sehr, es geht.“ Mein Englisch ist nur mangelhaft. Für grundlegende Konversation reicht es. Meistens fehlen mir die Vokabeln. Verstehen geht wesentlich besser.
    Er runzelt die Stirn. Meine Antwort war wohl nicht perfekt.
    „Where are you from?“, will er wissen.
    „Ich komme aus Deutschland.“ Pause.
    „Wie heißt du?“, frage ich ihn.
    „Ben. Und du?“
    Ich erinnere mich an meinem Namen und daran, dass er für Amerikaner unaussprechlich ist.
    „Nenn mich GS, mein Name ist zu kompliziert.“ Ich fand diese Abkürzungen in alten Filmen schon immer cool. AJ, JR. Warum nicht.
    „Nur GS? Gut“, antwortet er.
    Der Junge sieht mitgenommen aus. Sein kurzes, schwarzes Haar ist von hellem Staub bedeckt. Ebenso das Gesicht und die Augenbrauen. Das rote T-Shirt ist an der Schulter aufgerissen.
    „Was ist mit deinen Eltern?“, frag ich ihn.
    „Ich weiß nicht, weg.“
    „Lebst du hier? Hast du hier gewohnt?“
    Er nickt und zeigt auf das Haus, auf dessen Treppe er sitzt. Sie führt an der rechten Außenseite des Hauses ins Nichts. Von der oberen Etage stehen nur noch eine Giebelwand und ein Teil einer Seitenwand. Man kann hineinschauen. Wenn sich dort einmal Möbel befunden haben, ist von ihnen nichts übrig geblieben. Der Schock sitzt Ben sichtlich in den Knochen.
    „Weißt du, was passiert ist?“ Er schüttelt den Kopf.
    „Gibt es hier – äh …“ Ich suche nach dem englischen Wort für Überlebende. „Andere Menschen. Lebende Menschen?“
    „Etwas hat an mir gezerrt, mich geschlagen. Dann bin ich neben der Treppe aufgewacht. Keine Ahnung, was los war.“
    Nirgends sind Leichen zu sehen. Aber auch keine Überlebenden. Neben uns steht ein graugrünes Haus. Windschief, als wenn ein Riese es in die Hand genommen, es einmal kräftig geschüttelt und zu Boden geworfen hätte. Die gesamte Einrichtung quillt aus der Frontseite.
    Rechts von uns liegt quer über der Straße ein entwurzelter Baum. Ein Rauschen lenkt mich ab. Vor uns ist der Asphalt weggerutscht. Wasser aus einem gebrochenen, unterirdischen Rohr spült die Erde immer weiter aus. Dahinter ist alles überschwemmt. Entlang der Straße jenseits der Bruchkante steht das Wasser fast einen Meter in den Häusern. Auf der rechten Seite führt eine weitere Straße nach – Süden – Westen – Osten? Ich habe gar keine Orientierung mehr. Ich schaue auf meine Uhr. Es ist noch früh. Die Sonne steht über meiner rechten Schulter, wenn ich in die Richtung der Straße schaue. Demnach ist dort Norden.
    Die Straße ist unbeschädigt. In einer großen Pfütze liegt ein umgefallener Strommast mit gerissenen Kabeln. Weitere folgen der Straße, neigen sich aber weniger zum Boden. Elektrizität wird durch diese Leitungen nicht mehr fließen. Im weiteren Verlauf sehe ich links einige Palmen, rechts Gras und niedriges Gestrüpp. Es geht leicht bergauf. Da- hinter ist nichts zu erkennen. Gerade so, als würde die Welt dort enden.
    „Weißt du, wohin diese Straße führt?“, frage ich Ben.
    Er zuckt mit den Schultern. „Zum Highway.“ Er schaut in die Rich- tung. „Normalerweise stehen da Häuser. Aber die sind weg.“ Er atmet tief ein. „Alles ist weg.“ Ich blicke zu ihm und verstehe nicht, was er damit meint. „Alles weg“, wiederholt er und fängt an zu weinen. Er ist verzweifelt. Ich möchte ihn trösten, doch er weicht zurück und richtet sich auf. „It’s okay.“ Er wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und verwischt den Staub.
    „Hast du eine Idee, wohin wir gehen können?“
    Er schüttelt den Kopf. „Vielleicht dort.“ Er zeigt in Richtung des umgestürzten Baumes.
    Ich drehe mich um. Was machen wir jetzt? Wahrscheinlich müssen wir hier erst einmal übernachten. Längere Zeit bleiben und warten ergibt jedoch keinen Sinn. Mir fällt immer noch nicht ein, wie ich hierhin gekommen bin. Und wo ich genau bin.
    „Warte hier!“, sage ich zu Ben und suche nach etwas, worauf ich mich abstützen kann.
    Eine Dachlatte liegt in der Nähe. Ich hebe sie hoch, lege sie auf die Treppe, stütze mich ab und breche sie mit dem gesunden Fuß durch. Das muss als Krücke reichen. Ben schaut schweigend zu. „Warte hier!“, wiederhole ich.
    Er nickt. Wo soll er auch hin? Hier ist nichts und niemand.
    In sicherem Abstand zur Bruchkante gehe ich zur anderen Straßenseite, die unter Wasser steht. Die Häuser auf dieser Seite haben zumindest noch Wände und ein Dach. Ich begebe mich in Richtung des umgestürzten Baumes. Hier sieht es aus, wie nach einem Hurrikan.
    Als ich näher komme, erkenne ich, dass dort ein Auto unter der Baumkrone begraben liegt. Ich gehe darauf zu. Es ist ein schwarzer Chevrolet Pick-up. Das Dach ist über der hinteren Rückbank eingedrückt und das Glas der Seitenfenster zerbrochen. Die Windschutzscheibe ist unversehrt. Die Fahrertür steht auf. Aber dort komme ich nicht heran. Ein sperriger Ast liegt im Weg. Ich biege auf der Beifahrerseite einige Äste des Baumes zur Seite und kann in den Innenraum sehen. Bis auf die Glassplitter, Blätter und Äste, die überall im Innenraum verteilt liegen, scheint alles in Ordnung zu sein. Ohne Brille kann ich keine Details erkennen. Der Schlüssel fehlt offensichtlich. Die Ladefläche ist leer. Ich blicke nach hinten. Durch das Dickicht der Blätter kann ich von der Umgebung jenseits des Baumes kaum etwas sehen.
    Ich gehe wieder zu dem Haus zurück, wo Ben auf mich wartet. „Wir brauchen Schatten und müssen irgendwo unterkommen“, sage ich.
    Er nickt. Die umstehenden Häuser sind nicht zu gebrauchen. Zu gefährlich. Die Gebäude im Wasser ebenfalls nicht.
    „Hast du eine Idee, wo wir über Nacht bleiben können?“, frage ich Ben.
    Er versteht mein gebrochenes Englisch und zeigt wortlos in Richtung des umgestürzten Baumes.
    „Hinter dem Baum“, ist seine Antwort.
    „Kommst du mit?“, fordere ich ihn auf.
    Er steht auf und kommt zu mir. Gemeinsam gehen wir um den umgestürzten Baum herum. Ich benutze dabei meine provisorische Krücke. Wir waten durch das seichte Wasser. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel.
    Bei der Hitze werden die Schuhe wieder schnell trocknen, denke ich mir. Die Straße führt uns nur wenige Meter weiter. Dahinter reicht ein Meer bis zum Horizont.
    Ben bleibt wie angewurzelt stehen und starrt auf das Wasser. Er fängt an zu zittern und stammelt etwas, während er auf das Meer zeigt. Ich verstehe ihn nicht, also knie ich mich vor ihm nieder.
    „Komm. Wir sind hier sicher“, beruhige ich ihn und zeige auf ein Haus in der Nähe. Es ist weniger beschädigt und aus Stein gemauert. Die Fenster und das Dach fehlen. Wir treten näher heran. Innen ist der ganze Boden hoch mit Sand bedeckt.
    „Das wird gehen“, sage ich zu dem Jungen.
    Er wirkt noch immer recht apathisch, folgt mir aber. Wir betreten das Haus und sehen uns um. Ich erkenne keine Risse in den Wänden – wie auch, ohne Brille. Von der Decke sind nur die Querbalken übrig. Wir gehen wieder vor die Tür.
    „Sieht stabil aus. Was meinst du?“
    Er nickt.
    „Hier können wir äh … bleiben.“ Ich wollte „vorübergehend“ sagen, aber mir fiel das englische Wort nicht ein.
    Er antwortet nur mit „okay“.
    Ben ist zwar immer noch sehr wortkarg, hat sich aber ein wenig beruhigt. Er ist vermutlich erleichtert, weil jemand für ihn die Initiative ergreift. Ich setze mich auf einen Stein, der vor dem Eingang aus dem Sand herausragt, und überlege, was wir alles benötigen. Am wichtigsten sind Wasser, Lebensmittel, Decken, Feuer und Werkzeug. Ich schaue von mir zu Ben. Kleidung wäre nicht schlecht. Wir sehen beide ziemlich heruntergekommen aus. Ein Bad könnten wir auch gebrauchen. Aber das wäre schon Luxus. Ich begutachte mein Bein. Die Wunde ist verkrustet, das Fußgelenk geschwollen, dennoch kann ich den Fuß mittlerweile besser belasten.
    „Als Erstes müssen wir Wasser besorgen“, sage ich. „Am besten in Flaschen. Vielleicht ist drüben in den Häusern etwas zu finden“, und zeige in Richtung des Baumes.
    Er schaut mich nur an.
    „Kannst du überall nachschauen?“
    „Wo?“, fragt er zurück.
    „Überall. Vielleicht findest du etwas in den Küchen. Aber sei bitte vorsichtig bei den zusammengefallenen Häusern.“
    „Sicher“, sagt er.
    „Wenn du Lebensmittel findest, wäre das auch gut. Ich suche nach Werkzeug und anderen brauchbaren Gegenständen.“
    Ich richte mich auf und gehe zu dem umgestürzten Baum zurück. Das Ende der Baumkrone liegt im Wasser. Dort befindet sich der Ein-gang zum Ersten der gefluteten Häuser. Sie sind in der typischen amerikanischen Leichtbauweise errichtet worden. Mit nassen Schuhen gehe ich weiter. Das Wasser reicht mir bis zu den Knien. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Hauses. Gegenüber sind die Reste einer Garage zu erkennen. Langsam wate ich durch den Eingang, die Tür existiert nicht mehr. Links führt eine Treppe nach oben, rechts ist eine Garderobe. Überall schwimmt Müll, Holz und Plastik. Ich gehe einige Schritte weiter und gelange in einen großen Raum. Das Wohnzimmer?
    An der gegenüberliegenden Wand fehlen drei raumhohe Fenster. Ich blicke direkt in das, was einmal der Garten war. Der Pool ist für mich nur schemenhaft zu sehen. Ich wende mich nach links. Dort führt eine Diele weiter in ein Schlafzimmer? Spielzeuge stehen auf den Regalen. Nein. Das ist das Kinderzimmer. Ich scheue zurück, habe Angst vor dem, was ich dort finden werde. Ich schaue nicht nach, sondern wende mich um. Gegenüber befindet sich ein weiteres Zimmer. Das ist das Eltern-Schlafzimmer. Ich betrete den Raum, drehe mich im Kreis und sehe eine weite- re Tür. Mühsam zerre ich sie auf. Dahinter liegt das Bad. Bis auf das eingedrungene Wasser sieht hier alles normal aus. Ich öffne den Spie- gelschrank an der Wand und finde Medikamente, Pflaster, Deodorant, verschiedene Cremes, Seife und Zahnpasta. Ich kann die Schrift auf den Packungen nicht lesen. Eine Brille wäre jetzt nicht schlecht. Vielleicht finde ich irgendwo eine.
    Eine große Plastikwanne liegt kopfüber im Wasser. Ich drehe sie um und lasse sie schwimmen. Dann fülle ich sie mit allem Brauchbaren. Anschließend verlasse ich den Raum. Im Schlafzimmer schaue ich mich noch einmal um. Im Kleiderschrank sind nur Frauenkleider. Nichts für uns. Ich versuche, eine Decke aus dem Wasser zu ziehen, lasse jedoch davon ab, da die Gefahr besteht, die eingesammelten Sachen in der Wanne zu verlieren.
    Auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer überlege ich, was wir noch für unser Nachtlager benötigen. Ich mache einen Abstecher in die Kü- che. Die nassen Fundstücke müssen wir später trocken bekommen.
    Die Hängeschränke sind teilweise von der Wand gefallen und lie- gen verstreut auf den darunter stehenden Schränken. Ich suche weiter. Verschiedene Dosen und Verpackungen mit Lebensmittel. Ich kann nicht alles mitnehmen und beschließe, später zurückzukehren. Den großen Kühlschrank versuche ich erst gar nicht zu öffnen. Wenn er etwas Essbares enthält, würde das Meiste durch das einfließende Wasser unbrauchbar werden. Ich durchsuche die anderen Schränke und finde Messer, Gabeln, Löffel, Öffner und stecke einiges davon ein. Ein großes Survival-Messer könnte hilfreich sein. Langsam bewege ich mich auf den Ausgang zu und verlasse das Haus. Im Wasser ist die schwimmende Schüssel leichter.
    Auf dem Trockenen macht sich mein Fuß wieder bemerkbar. Ich bringe meine Beute in unsere Unterkunft. Ben ist noch nicht zurück. Ich will nach ihm schauen und stehe wieder vor dem umgestürzten Baum. Ich suche nach einer Möglichkeit ihn auf einem anderen Weg zu umge- hen, um nicht wieder nasse Füße zubekommen. Vergeblich. Der Baum wird zu einem Punkt auf meiner imaginären Todo-Liste.
    Ich finde verschiedene Gegenstände, Gallonen, Flaschen vor den einzelnen Häusern. Ben war offenbar erfolgreich bei seiner Suche. Da sehe ich, wie er mit einer Decke im Arm aus einem der baufälligen Häuser klettert.
    „Stopp!“, rufe ich entsetzt und laufe ihm wild gestikulieren entgegen. Erstaunt sieht er auf.
    „Bist du verrückt, allein in diese Häuser zu gehen?“, blaffe ich ihn heftiger an als beabsichtigt und bereue es sogleich.
    „Aber-“, stammelt er.
    „Du hättest begraben werden können!“, unterbreche ich ihn. Er blickt schuldbewusst auf den Boden.
    „Das ist gefährlich. Ich will nicht, dass dir etwas passiert.“ Ich schaue mir seine Ausbeute genauer an. „Wow. Toll, großartig“.
    Er lächelt verlegen.
    „Du bist der Beste!“, muntere ich ihn auf und lege ihm eine Hand auf die Schulter. Sein schüchternes Lächeln entblößt seine weißen Zähne. Bei diesem unschuldigen Anblick muss auch ich lächeln.
    „Das muss jetzt alles rüber“ bemerke ich nachdenklich. „Aber nur das, was nicht nass werden darf“.
    Hier ist schließlich niemand, der uns etwas wegnimmt, denke ich bei mir. Wir packen einige Sachen auf die große Decke und ziehen sie durch einen breiten Spalt unter dem Baum hindurch. Anschließend verstauen wir die Sachen im Haus. Nach der vierten Runde haben wir es geschafft.
    Die ganze Arbeit wäre aber sinnlos, wenn wir die Sachen nicht trocken lagern können. Das Dach fehlt, also kann es jederzeit hereinregnen. Die Balken sind zu hoch, um etwas darüber zu legen.
    Zuerst suche ich den höchsten Punkt im Raum. Der Sand ist in einer Ecke höher aufgeweht und lässt sich mit Hilfe von Brettern leicht zu einer glatten Fläche ausgleichen. Ich denke, wenn Wasser eindringt, wird es zuerst die flacheren Bereiche füllen. Ben schaut mir zu. Ich finde nicht die richtigen Worte, um ihm zu erklären, was ich vorhabe.
    Mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, schaue ich mich im Nachbarraum um. Zwei herausgerissene Türblätter und einige Deckenpaneelen sind für mein Vorhaben ausreichend. Ich zeige auf die Paneele und Ben hilft mir, sie in den anderen Raum zu tragen. Die beiden Türblätter lehne ich schräg an eine Wand. Ich schaufele Sand dagegen, damit sie nicht wegrutschen. Mit einer Lage von überlappenden Brettern versuche ich, die Lücken zu überdecken. Ein bisschen wackelig, aber ich bin durchaus zufrieden.  

  • F.A.Q.
    Noch keine Fragen gestellt.
  • Quellen
    • Umschlaggestaltung : Volker Schrills
    • Lektorat : Rohlmann & Engels
    • Vorlage Bilder:
    • Arek Socha auf Pixabay
    • Nelson Gonçalves auf Pixabay
    • Stefan Werner auf Pixabay
  • Buch kaufen

    Ihr könnt das Buch in jeder Buchhandlung oder bei diesen Onlinehändlern erwerben. 

    Gerne sende ich Euch auch ein signiertes Exemplar:

     

    hugendubel

    amazonBodThaliahugendubel

     

     

  • Karten
    Karte Süden USA
  • F.O.X.
    dystopischer Roman

    Seltsame Markierungen
    ein havarierter Flugzeugträger
    eine rätselhafte Zeichnung

    Sind sie der Schlüssel zu den geheimnisvollen Mountmarker?

    Der verheerenden Katastrophe vor fünf Jahren sind neunzig Prozent der amerikanischen Bevölkerung zum Opfer gefallen. Korrupte Politiker und Militärs haben in den verbliebenen Staaten die Macht übernommen, aus deren Streitigkeiten sich Riftland bisher erfolgreich heraushalten konnte.
    In dieser Zeit wird Joe auf eine gefährliche Mission geschickt, um die Hintergründe über Big Dons Aktivitäten herauszufinden. Doch die Situation ändert sich, als eine fremde Macht an der Ostküste auftaucht und die Amerikaner zur Rechenschaft ziehen will:

    Der schwarze Fuchs


    356 Seiten

    E-Book
    Paperback:
    ISBN: 978-3-751-90416-2
    Hardcover:
    ISBN: 978-3-751-91700-1

  • Leseprobe
    Zu weit südlich

    Ich bin sauer. Stinksauer. Wie kann er mir das nur antun? Nach fünf Jahren fällt ihm plötzlich ein, dass er mich nicht liebt.
    Mit dem Ärmel wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht, während ich nach draußen renne. Das wird er mir büßen. Ich schaue mich auf dem Vorfeld des Flughafens um. Ich weiß auch schon, wie ich ihm das heimzahle. Vor dem Hangar steht sein – nein unser – Flieger. Die JJ-19. Ein Segler mit Elektromotor.
    Ich steige ein und starte die Maschine. Soll er doch sehen, was er ohne sein geliebtes Flugzeug macht. Ich checke die Kontrollen und rolle gleich darauf zur Startbahn. „Tuscaloosa Tower an Juliet-Juliet-one-niner“ krächzt die Stimme des Fluglotsen aus dem Lautsprecher. „Jimmy, bist du das?“
    Wenn ich nur den Namen höre, bekomme ich Brechreiz. Obwohl das Flugzeug nach uns beiden – Joe und Jimmy – benannt ist, sieht er es als seine Maschine. Das kann er vergessen. Kurzerhand schalte ich den Funk aus und gebe Schub. Ich weiß, dass das gegen die Regel verstößt, aber das ist mir jetzt egal. Der Flieger beschleunigt und hebt gleich darauf ab.
    Ich habe alles für ihn zurückgelassen: Tulsa, meine Freunde GS und Ben. Und das nur, weil er behauptet hat, in Tuscaloosa gäbe es bessere Bedingungen für die Entwicklung des Flugzeuges, und weil er seine Kollegen nicht verlieren wollte. Und jetzt kommt diese Tussi, macht ihm schöne Augen und sein Verstand schmilzt dahin. Oh, wie ich ihn hasse. Ich kann mich nicht beruhigen. Bedeutet ihm das alles nichts, was wir hier zusammen aufgebaut haben? Die Stadt, der Flughafen, Werkstätten und Labore? Die Unterkünfte für tausende Überlebende von Riftland, die heute hier ihr Zuhause haben?
    Bedeute ich ihm nichts?
    Vor lauter Wut merke ich nicht, wie ich den Rift überquere. Aufgeschreckt kontrolliere ich den Höhenmesser. 1700 Fuß, steigend. Mist. Ich sollte besser aufpassen und reduziere die Geschwindigkeit. Es ist verboten, südlich der Rifts zu fliegen. Sie bilden die Grenze des vergessenen Landes zwischen den Rifts, den Rockies und den restlichen Staaten der ehemaligen USA: Riftland, unsere neue Heimat. Erinnerungen kommen hoch.
    Keiner hat wirklich daran geglaubt, dass wir hier überleben können. Stan und GS haben an ihrem Plan festgehalten. Nach einem extrem harten Winter haben sie es geschafft, Tulsa-Basis neu aufzubauen. Fünf weitere Städte sind ihrem Beispiel gefolgt und haben die Basen und deren Umgebung neu organisiert. Verhandlungen zu den Nachbarstaaten Midland und Kentucky haben die Versorgung mit dem Nötigsten gesichert. Wir haben überlebt. Ich schaue auf die Landschaft unter mir und seufze. Das Land besteht nur aus trockener Steppe und Wüste. Nach dem großen Regen vor fünf Jahren ist südlich der Rifts nichts mehr gewachsen. Damals haben wir das Camp bei El Reno verlassen. Der ätzende und giftige Regen hat alles vernichtet. Weder Pflanzen, Tiere noch Menschen haben hier überlebt. Reste von zerfallenen Städten sind die letzten Zeugen einer blühenden Zivilisation. Ich fliege über die Ruinen der Wolkenkratzer, Siedlungen, Stadien und Straßen. Früher gab es südlich der Rifts gefährliche Banden. Ich gehörte ebenfalls eine Zeit lang zu diesen Gesetzlosen. Bis ich GS und Ben begegnete. Aber heute macht es für niemanden Sinn, sich in diesen trostlosen Städten aufzuhalten. Außer Steine und Sand ist hier nichts zu holen.
    Trotz der Dürre haben wir nicht aufgegeben. Die klimatisierten Kuppeln lassen einen Anbau von Getreide und Früchten zu. Die meisten Nahrungsmittel erhalten wir jedoch von den nördlichen Staaten. Die Rifts haben sich mittlerweile mit Wasser gefüllt, sodass wir nicht verdursten.
    Ich erreiche die Ausläufer der Mobile Bay. Das Wasser hat einen großen Teil des Festlandes verschlungen. Unzählige Buchten bilden die Küste der Bay. Ruinen überfluteter Siedlungen und Industrieanlagen ragen aus dem Wasser. Umgeben von dem Sand der Wüste geht von der Bay eine unheimliche Faszination aus. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie es hier früher aussah.
    Gefangen von der Fremdartigkeit fliege ich darüber hinweg. Je länger ich hier oben bin, desto mehr beruhige ich mich und genieße die Einsamkeit. Plötzlich werde ich durch eine Reflexion abgelenkt.
    Was war das? Ich drehe eine Kurve, suche die Stelle ab, an der ich den Lichtblitz gesehen habe. Da! Schon wieder! Ich halte auf die Position zu. Sicherheitshalber bleibe ich vorerst auf 1500 Fuß. Man kann nie wissen, ob sich nicht doch Rebellen hier aufhalten.
    Was mag das sein? Sobald ich näher dran bin, habe ich einen besseren Überblick. In einem Seitenarm kann ich ein rechteckiges Gebilde sehen. Ich beginne mit dem Sinkflug und erkenne jetzt die Form: Ein alter Flugzeugträger. Er muss auf Grund gelaufen sein. Der Bug steckt in einer Sanddüne, das Heck schwimmt im Wasser.
    Etwas auf dem Schiff hat das gleißende Sonnenlicht reflektiert. Ein Spiegel oder ein Fenster? Ich fliege parallel zur Landebahn. Das Deck ist leergefegt und wirkt verlassen. Keine Flugzeuge, keine Maschinen oder größere Werkzeuge. Auch kein Schrott.
    Die Länge reicht für meinen kleinen Flieger aus. Mit widerstreitenden Gefühlen entscheide ich mich zur Landung.
    Das ganze Deck ist mit einer dünnen Sandschicht bedeckt, trotzdem schaffe ich das Manöver ohne Probleme. Ich stelle den Motor ab und steige unsicher aus. Mir schlägt das Herz bis zum Hals.
    Auf dem Deck sind lediglich die Spuren meines Flugzeuges zu sehen. Ich entdecke keinen Hinweis, ob das Schiff in letzter Zeit benutzt wurde. Es ist riesig, viel größer, als es von oben den Anschein hatte. Vor mir erheben sich die hohen Aufbauten der Brücke. Ich sehe mich um und bin mir nicht sicher, was ich machen soll. Erkunden oder abhauen? Zögernd gehe ich auf den Eingang zu. Die Schotten sind geöffnet. Über die metallenen Stufen erreiche ich die Kommandobrücke. Auf den ersten Blick scheinen alle Geräte ausgeschaltet zu sein. Überall gibt es Monitore, Tastaturen, Computer und Schalter. Ohne zu wissen, wie das hier funktioniert, rühre ich nichts an. Durch die schräg eingebauten Fenster kann ich das ganze Schiff überblicken. Keine Menschenseele ist an Bord. Auf den Scheiben wurden Buchstaben und Zahlen mit einem Filzstift aufgeschrieben und teilweise wieder durchgestrichen. An einer anderen Stelle wurde ein großes M mit einer Spitze nach rechts gemalt.
    Ich überlege, ob mir die Notizen und die Zeichnung etwas sagen? Nein. Das Schiff ist interessant, aber ohne geeignete Crew nutzlos. Ich verlasse die Brücke und erreiche wieder das Flugdeck, wo einsam meine JJ steht. Soll ich schon zurückfliegen? Was würde mich zuhause erwarten? Nur dieser Idiot mit seiner Tussi. Erneut steigt die Wut in mir hoch. Der kann erst einmal schmoren.
    Während ich nach den Eingängen zu den unteren Decks suche, schlendere ich die riesige Landebahn entlang. Anscheinend liegt das Schiff schon sehr lange verlassen in dieser Bucht. Eine Sanddüne lässt den eingegrabenen Bug erahnen. Geröll, Sand und Felsen sind neben verdorrten Bäumen und Sträuchern alles, was hinter dieser Düne sichtbar ist. Eine lebensfeindliche Landschaft. Hier würde sich freiwillig kein Mensch aufhalten. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es noch Fische im Wasser gibt. Kein Wunder, dass noch niemand dieses Schiff entdeckt hat.
    Ein Windstoß fegt über die Bahn und verweht meine Spuren im Sand. Ein Gefühl von Stolz erfüllt mich für einen kurzen Augenblick. Ich bin jetzt Besitzerin eines der mächtigsten Schiffe dieser Welt.
    Selbstsicher öffne ich ein weiteres Schott. Dahinter steige ich eine steile Treppe zur nächst tieferen Etage hinab. Ich blicke in einen langen Gang, der mit weißen Kabeln, Geräten in Signalfarbe und jeder Menge Rohre, Hebel und Schalter vollgestopft ist. Sogar unter der Decke ist ein Wirrwarr von Leitungen zu sehen. In regelmäßigen Abständen zu beiden Seiten diese Schotten.
    So sieht also ein Kriegsschiff von innen aus, denke ich bei mir.
    Auf eine mögliche Überraschung vorbereitet, bewege ich mich durch den Gang. Kein Schott ist verriegelt. Ich komme an mehreren Räumen vorbei, Maschinen, Vorräte, Kartons und Kleidung befinden sich in ihnen. Vieles davon könnte man bestimmt in den Basen gut gebrauchen.
    Irgendwann erreiche ich die riesige Küche. Geschirr, Töpfe und Pfannen – alles steht oder hängt an seinem Platz. Auf einer mannshohen Tafel sehe ich wieder dieselbe Zeichnung wie auf der Brücke: ein M mit einer Spitze nach rechts darunter. Nur wurde sie hier aufgesprüht. Sieht aus wie ein Graffiti. Wer würde denn eine Tafel besprühen, für die es ja sicher Kreide gibt? Ich schüttele den Kopf.
    Davon abgesehen herrscht hier penible Ordnung. Nirgendwo gibt es Anzeichen dafür, dass die Crew fluchtartig das Schiff verlassen hat. Zumindest nicht, soweit ich das nach meiner ersten Inspektion beurteilen kann.
    Ich dringe tiefer vor und erreiche schließlich den Hangar, der völlig leergeräumt ist: Auch hier sehe ich kein Flugzeug, keine Maschinen, keine Stapler oder Paletten. Nichts. Was wohl mit den Menschen geschehen ist, die hier ihren Dienst verrichtet haben? Ob sie mit den Maschinen entkommen sind? Es könnte sein, dass der Flugzeugträger in irgendeinem Hafen vor Anker lag. Die Flutwelle hat ihn dann weggetragen, bis er hier gestrandet ist. Ich will mich gerade umdrehen, da bemerke ich mit Farbe auf den Boden gemalte Pinselstriche. Ich gehe hin und knie davor nieder. Mit den Fingern streiche ich über die Farbe. Sie ist längst getrocknet und blättert stellenweise ab. Ich kann nicht erkennen, was die Striche darstellen sollen. Der Hangar ist mehrere Stockwerke hoch. Vielleicht sehe ich von oben mehr. Nicht weit von mir führen Leitersprossen in die oberen Etagen. Ich klettere hinauf. Dort angekommen schaue ich auf die Fläche hinunter. Von hier aus ist das ganze Bild zu erkennen. Es ist die gleiche Zeichnung wie in der Küche und auf der Brücke. Sollte es doch eine Bedeutung haben? Was will der Zeichner mit dieser Figur sagen? Wieso macht man sich die Mühe, die Figur so riesig auf den Boden zu malen? Ich schaue in die Richtung, in der die Spitze zeigt. Aber an der Stelle ist nichts. Ich habe keine Ahnung und wende mich in Richtung des Bugs. Es ist ein seltsames Gefühl, durch die Unterkünfte der Crew zu wandern. Nur wenige Sachen wurden zurückgelassen. Ein paar Bücher, ein Wecker, alte Schuhe. Nichts Wertvolles.
    Nachdenklich lasse ich mich auf eine der Kojen fallen. Vielleicht bleibe ich heute Nacht hier. Kann nicht schaden, wenn Jimmy nach mir sucht. Wahrscheinlich vermisst er aber eher sein Flugzeug als mich. Traurig stehe ich wieder auf und kehre auf das Flugdeck zurück. Die Dämmerung hat eingesetzt und der Himmel verfärbt sich rot.
    Noch vor acht Monaten war das gesamte Firmament über Riftland und südlich davon mit einer dichten Wolkendecke verhangen. Jetzt haben sich die Wolken aufgelöst, ohne abzuregnen. Das ist auch besser so. Auf ätzenden Regen haben wir getrost verzichten können. Lediglich in den nördlichen Staaten soll es normalen Niederschlag geben. Ich blicke nach oben. In der Dämmerung zucken gewitterähnliche Entladungen über das Firmament und erinnern deutlich an die tödliche Schicht in zweitausend Fuß Höhe. Selbst nach fünf Jahren wirkt sie immer noch gespenstig. Für mich ein sicheres Zeichen, diese Höhe zu meiden.
    Ich beschließe, die Nacht hier bei meinem Flugzeug zu verbringen, ich brauche jetzt Abstand und diese Einsamkeit kommt mir sehr gelegen. Die ersten Sterne sind bereits zu sehen. Sternschnuppen rauschen über mir vorbei. Ich liebe es, den Sternenhimmel zu betrachten. Er bringt mich auf andere Gedanken.
    Ich atme tief ein und gehe zum Flieger zurück. Plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen. Hier stimmt etwas nicht. Die Tür steht offen. Ich bin mir sicher, dass ich sie geschlossen habe. Meine Selbstsicherheit ist verflogen. Mit einem Kloß im Hals mustere ich die Umgebung. Ist doch jemand auf dem Schiff?
    Vorsichtig nähere ich mich der Tür und schaue in den Flieger. Alles ist wie immer. Dennoch ist mir unheimlich zumute. Am liebsten würde ich sofort diesen Ort verlassen, allerdings wäre es töricht, so spät zu starten. Ich würde in der Dunkelheit schnell die Orientierung verlieren.
    Ich greife nach meinem Rucksack und nehme die Taschenlampe aus der Halterung. Mit raschen Schritten, das Deck immer im Blick, erreiche ich angespannt den Aufgang zur Brücke. Mit zitternden Knien erwarte ich hinter jedem Schott und jeder Treppe einen Angriff. Oben verriegele ich sofort die Tür und durchsuche die Brücke. Niemand da, alles ist so verlassen wie zuvor. Ich atme erleichtert auf.
    „Du musst dich beruhigen, Joe“, ermutige ich mich. „Setz dich und denke nach.“ Das würde sicher GS sagen, wenn er jetzt hier wäre.
    Ich nehme in dem erhobenen Sitz des Kapitäns Platz, zumindest glaube ich, dass es seiner ist, und blicke mich um. Von hier aus kann ich alles überblicken, fühle mich darin sicher. Ich atme tief durch und mein Herzrasen lässt nach.
    Nachdenklich betrachte ich die Zeichnung auf der Scheibe. Ich kann immer noch nichts mit ihr anfangen. Dann schaue ich mich um und entdecke in einem Fach verschiedene Karten, Pläne und eine graue Mappe. Neugierig nehme ich die Mappe und schlage sie auf. Meine Hände zittern immer noch.
    Draußen wird es schon dunkel und ich habe Mühe, die Schrift zu lesen. Zu meiner Überraschung erkenne ich im Licht meiner Taschenlampe, dass es sich um ein Logbuch mit handschriftlichen Aufzeichnungen handelt. Ist das nicht eher ungewöhnlich auf einem so modernen Kriegsschiff? Ich beginne zu lesen. Der erste Eintrag ist fünf Jahre alt und beginnt am 26. März.
    Mir läuft ein kalter Schauer den Rücken herab. Das war doch der Tag der Katastrophe. Den Tag, den kein Mensch je vergessen wird.
    ....

  • F.A.Q.
    Noch keine Fragen gestellt.
  • Quellen
    • Umschlaggestaltung : Constanze Kramer
    • Lektorat : Rohlmann & Engels
    • Vorlage Bilder:
    • ©EwaStudio stock.adobe.com
    • ©vectorfusionart stock.adobe.com
    • ©Llstock stock.adobe.com
    • ©tsuneomp stock.adobe.com
    • pacific garbage screening
    • Jo Wiggijo auf Pixabay
    • Efes Kitap auf Pixabay
    • Daniel Kirsch auf Pixabay
    • Schaeffler auf Pixabay
    • Photosforyou auf Pixabay
    • Angela Yuriko Smith auf Pixabay
    • JacLou DL auf Pixabay
    • Dimitris Vetsikas auf Pixabay
    • Gerd Altmann auf Pixabay
    • Erik Tanghe auf Pixabay
    • Michael Gaida auf Pixabay
    • Peter H (Tama66) auf Pixabay
    • Mohamed Hassan auf Pixabay
  • Buch kaufen

    Ihr könnt das Buch in jeder Buchhandlung oder bei diesen Onlinehändlern erwerben. 

    Gerne sende ich Euch auch ein signiertes Exemplar:

     

    signiertes Buch

    amazon Bod Thalia hugendubel

     

  • Karten
    Die Staaten Kuba und Haiti Südamerika Antarktis
  • Der Ritter von I.S.T.A.R.I.
    Fantasy Science

    Teil 3 der Riftland Saga

    ein tödlicher Unfall
    ein perfekter Plan
    mysteriöse Phenomene


      Fünf Jahre sind seit der Entstehung der Rifts vergangen. Nur ein Bruchteil der Menschheit hat überlebt. Während die Werte der Gesellschaft zerfallen, haben Militärs, Diktatoren und skrupellose Clans das Sagen. Jeder ist sich jetzt selbst der Nächste.

      Gerade als eine Expedition Riftlands um GS, Ben und Joe versucht, die Ursachen der Katastrophe zu erforschen, geht ein Projekt in seine entscheidende Phase und verändert die Machtverhältnisse auf dem Kontinent.

      Tom Farmer, Detective des Springfield Police Departments, hegt währenddessen Zweifel an einem Unfall in einem Zementwerk. Bei seinen Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen, scheinen ihm Unbekannte immer einen Schritt voraus zu sein.

      Gleichzeitig behindert das Auftauchen religiöser Fanatiker und Sekten nicht nur Toms Nachforschungen, sondern auch die Pläne der Mächtigen und führt zu merkwürdigen Situationen und mysteriösen Phänomenen.
    .

  • Leseprobe
    Adam steht vor der Anlage und prüft die Anzeigen, die nur unsinnige Werte wiedergeben.
    „Bin gespannt, wann wir neue bekommen“, mault er, während er gegen die Druckanzeige klopft.
    Die Zeiger reagieren und bewegen sich.
    „Also, geht doch“, murrt er. Er notiert den Wert und prüft die nächste Anzeige. „Okay, Ich bin durch“, ruft er seiner Kollegin zu, die wenige Meter entfernt an den Ventilen steht. „Kannst den Schieber wieder aufmachen.“
    Nachdem sie das Ventil mit dem Handrad geöffnet hat, hört er, wie die Anlage ihre Arbeit wieder aufnimmt. Ohrenbetäubender Lärm lässt ihn rasch seine Ohrschützer aufziehen.
    Er schaut auf die Uhr und tippt seiner Kollegin auf die Schulter. „Feierabend!“, schreit er ihr entgegen.
    Plötzlich sieht er die gelben Lichter über der Schalttafel, die einen Alarm anzeigen. Kurz darauf vernimmt er schwach die Sirene.
    „Was ist los?“, fragt Adam.
    „Bestimmt wieder das Ventil an K3“, winkt die Frau ab und deutet auf das Ende der Rohrleitung.
    „Das darf doch nicht wahr sein!“ Adam stöhnt.
    Das Ventil hatten sie erst gestern ausgetauscht. Am liebsten würde so tun, als hätte er nichts bemerkt. Bestimmt ist die neue Schicht bereits auf dem Weg. Aber solange keine offizielle Übergabe stattgefunden hat, sind sie für die Störung zuständig. Beschissenes Timing, denkt Adam.
    „Ich geh rüber“, sagt er zu seiner Kollegin. „Wenn es wieder das Ventil ist, sperr ich nur ab und die nächste Schicht kann das erledigen. Du drückst inzwischen den Not-Aus.“
    Doch als er auf die Rohrbrücke steigt, um sich das Problem anzuschauen, sieht er, dass neben dem Ventil ein Kollege vor dem Geländer auf dem Boden liegt.
    Was ist da passiert?, denkt Adam alarmiert und eilt zu der Person. Scheint schlimmer zu sein, als ich dachte.
    Als er den Mann erreicht, kniet er sich hin und dreht ihn mit dem Gesicht nach oben.
    Was soll das denn?, denkt er noch, als im nächsten Augenblick die gesamte Anlage explodiert und seinen Körper von dem Gerüst schleudert.

    Tom steht am Herd und bereitet das Abendessen zu. Wie so oft hat er nur die Wahl zwischen Pasta oder Rührei mit Schinken. Seine Kochkünste sind eher mangelhaft, allerdings ist zurzeit auch nichts anderes zu haben. Er verteilt das Ei auf die Teller und brät den Schinken in der Pfanne an.
    „Oh, nicht schon wieder“, meckert Liam, der soeben die Treppe herunterpoltert. Der Geruch nach Angebranntem ist im ganzen Haus zu vernehmen. „Kannst du nicht mal etwas anderes machen?“
    Tom blickt genervt auf den Herd, um den Schinken zu retten. Seit zwei Wochen lässt sich die Temperatur nicht mehr richtig regeln.
    „Schieße!“, schimpft er und hebt eilig die Pfanne vom Herd, aber es ist bereits zu spät. Tom verzieht das Gesicht und kratzt das, was vom Bacon übrig ist, aus der Pfanne. „Tut mir leid. Wie wäre es, wenn du das Kochen übernehmen würdest?“, fragt er seinen Sohn.
    „Damit die Bude abbrennt, wie beim letzten Mal? Nein, danke“, wehrt Liam ab. „Schließlich bist du der Versorger hier. Das ist also dein Part“, sagt er mit einem schelmischen Grinsen, setzt sich an den Esstisch und wartet darauf, bedient zu werden.
    Als Antwort strubbelt Tom seinem Sohn durch das Haar.
    „Lass das“, mault Liam und zieht den Kopf weg.
    Die Gasflamme erlischt, noch bevor Tom das Ventil schließt.
    „Verdammter Mist!“, flucht er erneut, als er auf dem Manometer am Herd sieht, dass die Gasflasche leer ist. „Ich finde, du machst es dir zu einfach“, sagt er zu seinem Sohn. „Du könntest ruhig ein paar Aufgaben im Haushalt übernehmen.“
    „Sorry, aber du hast gesagt, ich soll mich auf den Abschluss vorbereiten. Da bleibt keine Zeit für das.“ Liam macht eine ausholende Bewegung mit den Armen, die den ganzen Raum einschließt.
    „Du könntest weniger Zeit im Schachclub verbringen.“ Tom stellt das Abendessen auf den Tisch und setzt sich.
    „Das ist geistiges Training.“
    Liam hat auf alles eine Antwort, denkt Tom amüsiert und nicht ohne Stolz. „Dann beschwer dich nicht und iss.“
    Er vergewissert sich, dass er das Gasventil am Herd wirklich zugedreht hat. Ich muss mich morgen als Erstes um eine neue Flasche kümmern, denkt er und probiert das Rührei. Es hat keinen Geschmack. Wer weiß, wo die Eier herkommen. Früher war das Leben in Springfield besser und einfacher. Heute ist sich jeder selbst der Nächste. Der Schwarzmarkt blüht und das Verbrechen hat Hochkonjunktur.
    Vier Jahre schlagen sie sich jetzt schon allein durch. Damals brach in Springfield alles zusammen und jeder versuchte nur noch zu überleben. Mittlerweile ist es schwer an Gutscheine für Lebensmittel und Medikamente zu kommen. Angestellte der Stadt und der Polizei haben es einfacher. Ihnen steht wöchentlich eine feste Ration verschiedener Lebensmittel zur Verfügung, die sie im Lager des Departments erhalten. Aber oft reicht das auch nicht aus. Dann ist man auf die Händler der Clans mit ihren Wucherpreisen angewiesen. Dabei sind die alten Dollarscheine kaum noch etwas Wert und man einigt sich meistens auf Tauschwaren oder andere geldwerte und nicht selten illegale Gegenleistungen.
    „Wenn deine Mutter …“
    „Lass das“, unterbricht Liam ihn wütend. „Sie ist weg. Basta.“ Seit Toms Frau ohne Vorwarnung mit dem Nachbarn durchgebrannt ist, vermeidet es Liam, über seine Mutter zu sprechen.
    Das piepsende Geräusch des Pagers lenkt die beiden ab. Tom legt das Besteck zur Seite, um nachzusehen.
    „Du bist gerade erst nach Hause gekommen!“, protestiert Liam. „Können die nicht einen anderen rufen?“
    „Sorry, das ist ein Einsatz.“ Tom nimmt die abgewetzte braune Wachsjacke von der Lehne des Stuhls und schaufelt hastig die Reste von seinem Teller in sich hinein.
    Liam stochert lustlos in seinem Essen. „Ich weiß. Lass stehen, ich räum gleich ab“, sagt er.
    „Danke, mein Sohn.“ Tom küsst ihn auf die Stirn. „Ich hab dich lieb. Bis später. Ich mache es wieder gut.“
    Mit quietschenden Reifen fährt sein Kollege vor und lässt kurz die Sirene aufheulen.
    „Das sagst du jedes Mal“, ruft Liam ihm laut hinterher.

    „Was gibt’s?“, fragt Tom, sobald er im alten Crown Vic seines Kollegen sitzt.
    „Explosion im Zementwerk. Mehrere Tote und Verletzte.“
    „Ich habe nichts gehört“, sagt Tom, besorgt darüber, dass er Liam wieder allein zurücklassen muss.
    „Du solltest dein Gehör überprüfen lassen. Das hat anständig gerappelt.“
    Tom winkt ab. Roger weiß, dass er seit seinem Einsatz im Irak Schwierigkeiten auf der rechten Seite hat. Als er wieder in der Heimat war, haben sie ihn durchgecheckt und anschließend vor die Wahl gestellt: ausmustern oder einen Posten beim Springfield Police Department. Er hat sich für das SPD entschieden.
    Als sie am Unfallort ankommen, werden sie vom Pförtner gestoppt. Erst als Tom seine Marke vorzeigt, werden sie durchgewunken.
    Feuerwehr, Krankenwagen und Helfer sind bereits vor Ort. Das Areal wurde mit rotweißen Bändern abgesperrt.
    Der größte Teil der Anlage ist verwüstet. Von einem turmhohen Silo wurde die Hälfte der Seitenwand weggerissen. Durch die verbogenen Stahlstreben können sie nun ins Innere der Fabrik sehen. Teile des Silos liegen verstreut auf dem Boden und haben zahlreiche Arbeiter unter sich begraben, die gerade geborgen werden. An vielen Stellen steigen noch Rauchwolken auf. Der Tatort ist mit einer dicken, hellgrauen schlammigen Schicht bedeckt.
    Tom steigt aus dem Wagen und zeigt einem Polizisten seine Marke. Dann hebt er eines der Absperrbänder hoch und geht drunter hindurch. Sein Chef, Chief Banks, dirigiert gerade seine Leute und kommt anschließend auf Tom zu.
    „Hallo Chief“, begrüßt er ihn. „Das sieht schlimm aus. Was ist passiert?“
    Auf der Fläche vor der Anlage werden gerade die Feuerwehrschläuche zusammengerollt. Über das ganze Gelände verteilt kennzeichnen gelbe Nummernschilder den Tatort und die mit Kunststoffplanen abgedeckten Leichen.
    „Sieht nach einer Gasexplosion aus. Wir müssen noch den Bericht der Feuerwehr und Spurensicherung abwarten.“ Er deutet auf die Leute mit den Laborkoffern und Fotoapparaten.
    „Collins und seine Jungs?“, fragt Tom skeptisch, während er sich Gummihandschuhe überzieht.
    „Na ja. Gutes Personal ist in diesen Zeiten schwer zu bekommen. Mal sehen, was sie herausfinden.“
    „Wir machen uns sofort an die Arbeit “, sagt Tom. Er hat solche Szenen bereits zu oft gesehen, als dass sie ihn schockieren könnten. Im Irak hatte er täglich damit zu tun.
    Tom spricht den nächsten Polizisten an. „Was haben wir?“
    „Vierzehn Tote und drei Verletzte, davon zwei schwer.“ Er zeigt auf einen Mann, der gerade von einem Sanitäter behandelt wird. „Der hat Glück gehabt.“
    „Konnte er etwas über den Unfall sagen?“
    „Verworrenes Zeug. Aber macht euch ruhig ein eigenes Bild.“
    Tom begibt sich zu dem Verletzten. „Entschuldigen Sie, wir haben noch einige Fragen.“
    Der Mann wirkt irritiert und nervös. „Ich habe Ihrem Kollegen schon alles gesagt“ , beginnt er. „Ich war gerade auf dem Weg zum Pförtner, als mich die Druckwelle von hinten erfasst hat. Dann war alles voller Staub. Ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, was geschehen ist.“
    „Gibt es jemand, der etwas gesehen haben könnte?“
    „Die Schicht ist nur mit acht Mann besetzt. Wir hatten gerade Schichtwechsel.“
    „Und der Chef der Anlage?“
    „Wohnt in St. Louis und kommt nur alle zwei Wochen vorbei.“
    „Was ist mit dem Pförtner?“
    „Keine Ahnung. Da müssen Sie ihn selber fragen.“
    Tom schaut sich um und nickt. So richtig weiß er nicht, was er hier soll. Es sieht nach einem Betriebsunfall aus, Sabotage würde bei dem Zementwerk keinen Sinn ergeben. Es gibt keine Konkurrenten, und seitdem es keine Versicherungen mehr gibt, kommt für den Schaden keiner auf.
    Er geht zu seinem Partner.
    „Ich habe mich hier mal umgeschaut“, sagt der. „Bei den Puzzleteilen müssen wir auf die Laborberichte warten.“ „Wir sollten den Pförtner und die benachbarten Firmen befragen“, schlägt Tom vor. „Vielleicht erfahren wir dort mehr.“
    Sie steigen in den Wagen und halten zuerst beim Pförtner an. „Ich hatte gerade meine Schicht begonnen, als der Alarm losging. Kurz darauf ist die Anlage in die Luft geflogen“, berichtet der Mann.
    „Was ist mit Ihrem Kollegen von der anderen Schicht?“, fragt Tom, während er die Aussage notiert.
    „Der war schon lange weg. Wir Pförtner wechseln immer zwanzig Minuten vor den Arbeitern.“
    „Geben Sie unseren Kollegen“, dabei zeigt er auf einen der Polizisten, „Ihren Namen und Adresse. Auch die von Ihrem Kollegen. Wäre gut, wenn sie eine Liste der Angestellten für uns hätten.“
    Dann beeilt er sich, zum Wagen zu gelangen, als er die Horde Journalisten mit ihren Kameras auf das Pförtnergebäude zustürmen sieht.
    „Lass uns abhauen“, raunt er seinem Partner zu.
    Nachdem sie Stunden damit verbracht haben, die benachbarten Anwohner und Arbeiter in den angrenzenden Firmen zu befragen, wird ihnen klar, dass sie nicht weiterkommen. Niemand hat etwas bemerkt oder gesehen. Lediglich den Knall haben alle gehört. Bleibt nur der übliche Papierkram.

    Im Büro stapeln sich die Akten der anderen unerledigten Fälle. Richtige interessante Kriminalfälle sind nur wenige dabei. Meistens geht es nur um Ladendiebstahl, Einbrüche von Jugendlichen oder Drogenjunkies, Schlägereien und private Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Manchmal kommt es vor, dass sie zwischen den rivalisierenden Banden der Nordstadt schlichten müssen. Aber die richtig schweren Delikte, für die die Mordkommission oder das Raubdezernat zuständig wäre, regeln die Clans untereinander. Tom und seine Kollegen sorgen nur noch dafür, dass nichts aus dem Ruder läuft.
    Seinen kurzen Bericht schreibt er von Hand auf ein Formular, das später von den Sekretärinnen in die wenigen Terminals eingegeben wird. Er ist wie immer skeptisch, ob die Daten ordentlich gespeichert werden. Zumindest hat er in den letzten Jahren niemals zufriedenstellende Antworten aus dem System erhalten, wenn er eine Anfrage gestellt hat. Wenn er etwas wissen will, muss er am Ende immer selbst im Archiv die Akten durchsehen.
    „Du solltest nach Hause gehen. Es ist bereits Mitternacht“, sagt Roger. „Komm, ich fahr dich.“
    „Du hast recht“, antwortet Tom und reibt sich die Augen. „Ich sollte Liam nicht so lange allein lassen.“
    Auf dem Weg nach draußen denkt er an seinen Sohn und wie ihre Beziehung durch seinen Job immer schwieriger wurde. Tom ist stolz, dass der Junge so selbständig ist. Aber in seinem Alter braucht er seine Eltern mehr denn je.
    Tom schreckt aus seinen Gedanken auf, als sie vor dem Gebäude von einer Reporterin abgefangen werden. Sie ist jung, hübsch und weiß ihre großen braunen Augen bei seinem Partner einzusetzen.
    „Was war das für eine Explosion am Zementwerk?“, stellt sie die üblichen Fragen.
    „Es sieht nach einem Unfall aus“, erklärt Roger prompt. „Eine Gasexplosion wahrscheinlich. Morgen erfahren wir mehr.“
    „Könnte es mit dem Kongress zu tun haben?“, fragt sie weiter.
    Tom wundert sich über die Frage. Da besteht doch überhaupt kein Zusammenhang.
    „Und was ist mit der Sekte von …“
    Er ahnt, worauf sie hinauswill, und zieht seinen Kollegen weg.
    „Lass sein, Roger. Das ist eine von den Verschwörungstheoretikern. Du verbrennst dir nur den Mund, wenn du nicht aufpasst.“ Zur Reporterin gewandt sagte er: „Und du solltest dich so spät nicht hier herumtreiben.“
    Sie lassen die Frau stehen und sein Kollege fährt ihn nach Hause. „Aber süß sah sie aus“, meint Roger noch, als Tom vor seinem Haus aussteigt.
    ...
  • F.A.Q.
    Noch keine Fragen gestellt.
  • Quellen
  • Buch kaufen

    Ihr könnt das Buch in jeder Buchhandlung oder bei diesen Onlinehändlern erwerben. 

    Gerne sende ich Euch auch ein signiertes Exemplar:

     

    signiertes Buch

    amazon Bod Thalia hugendubel

     

     

  • Karten
    Die Sphären

 

Gerne sende ich Euch ein signiertes Exemplar.

Bitte benutzt dazu folgenden Link.

Button SIG

 

  • Bücher

Presse

Presse

  • Titelbild2

Kontakt

Contact Us
Feel free to contact us if you have any questions
Please enter your name!
Please enter your email!
Please enter your website!
Write your message!

Links

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.